Nicht nur schauen, sondern auch machen!

 

Das Sendeformat „Karambolage“ von ARTE  kennen wohl alle Schülerinnen und Schüler, die einmal Französisch gelernt haben. Normalerweise sieht man sich immer mal wieder die kleinen Informationsfilme an, redet darüber oder bearbeitet vorgegebene Aufgaben. In diesem Jahr jedoch stand der Französischteil der 9a vor einer völlig neuen Aufgabe: Ein eigener kleiner Karambolage-Film sollte entwickelt und abgedreht werden.

Motiviert stiegen die NeuntklässlerInnen in die Vorbereitungen ein. Hierbei wurden wir unterstützt durch einen von ARTE zur Verfügung gestellten Guide, der die Arbeit in verschiedene Schritte einteilte, und durch eine Online-Konferenz mit dem Journalisten, der normalerweise die Karambolage-Sendung produziert. Die Ausführungen von Laurent Barthomieu waren zwar für die Klasse noch etwas schwer verständlich, da aber auch sehr viele französische Klassen am teams-Meeting teilnahmen, erhielten wir – neben ein paar nützlichen Zusatzinformationen – auch einen guten Einblick in „echte“ französische Klassenzimmer, was natürlich auch sehr interessant war.

 

Und dann ging es auch schon frisch ans Werk: Zuerst einmal mussten wir uns überlegen, was denn unser Thema sein sollte. Wichtig war hierbei, dass ein interkulturelles Element vorhanden war, eine kleine Geschichte erzählt und soziale und/oder geschichtliche Hintergründe dargestellt werden konnten. Nachdem alle ihren Themenvorschlag präsentiert hatten, diskutierten wir, ob sich diese denn eigneten und allen Gesichtspunkten entsprächen.

Schnell waren nur noch wenige Möglichkeiten übrig, zu denen verschiedene Untergruppen weiter recherchierten und Ideen sammelten. Letztlich fiel unsere Wahl jedoch auf das Thema „Pünktlichkeit“, welche ja in Frankreich und in Deutschland ganz unterschiedlich gesehen wird. Dass dies auch verschiedene geschichtliche Hintergründe hat, haben wir im Lauf der Zeit ganz neu gelernt.

 

Ein Autoren-Team um Michalina Winiarz (Nicol Méner, Ceren Yilmaz, Melina Weigl) schrieb im Anschluss eine nette kleine Geschichte über die (fiktive) französische Schülerin Amélie, die ihre Austauschpartnerin Anna besucht und hierbei auf Unterschiede bei der Pünktlichkeit stößt. Im Gespräch entdecken beide, was im Nachbarland gilt – und warum.

Da es eine weitere Vorgabe war, einen guten Teil des Textes auf Französisch vorzutragen, wurden alle Erzählteile auf die Französischschüler aufgeteilt und sollten nun übersetzt werden. Dabei lernt man nochmal ganz andere Wörter als im sonstigen Französischunterricht! Den Gesprächsanteil der Personen haben wir deutsch gelassen, da die Geschichte ja in Deutschland spielt.

Im nächsten Schritt mussten wir uns Gedanken über die Technik machen und nach etwas Recherche entschieden wir uns gemeinschaftlich für einen Legefilm, weil diese Darstellungsform den Originalfilmen nachempfunden ist. Während ein Erzähler den Text vorträgt, werden die Szenen mit passenden Bildern dargestellt, die ins Bild geschoben werden.

Dies bedeutete gleichzeitig, dass die verschiedenen Personen, Handlungsorte und Gebrauchsgegenstände der Geschichte von den Lernenden gezeichnet werden mussten. Generell wäre auch eine Art Collage möglich gewesen, aber wir wollten bei den Bildrechten auf der sicheren Seite sein.

In der Stunde vor Weihnachten war es dann endlich soweit: Wir machten die Aufnahmen für unseren Film, unter der Leitung von Luise Eilbacher, welche im Anschluss auch den Schnitt übernahm. Gelesen wurde der Text von Marie Bauer. Und während die Beschreibung und Anleitung zu dieser Aufnahmeform sehr einfach geklungen hatten, erwies sich das Erstellen eines Legefilms als durchaus komplizierter und