Am 14. Oktober hatte die Realschule Elsenfeld in Kooperation mit dem JEG sowie dem HSG und der Main Limes Realschule Polizeihauptkommissar Andreas Suttner und Polizeioberkommissarin Stefanie Amendt zu einem Vortrag zur Handynutzung mit vielen Tipps für Eltern zu Gast. Das Smartphone mit all seinen bunten Möglichkeiten ist aus dem Leben von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken, das war auch den über 130 Zuhörern klar. Schnell entzieht sich seine Nutzung aber auch dem Einflussbereich der Eltern und Erziehungsberechtigten. Überlässt man dann dem Kind die Entscheidung: Sein Smartphone – Seine Entscheidung? Die Digitalisierung bietet zahlreiche Chancen und Erleichterungen im Alltag, jedoch können gerade Messenger- Dienste und Social-Media-Angebote gezielt dazu genutzt werden, um andere auszuschließen, zu beleidigen oder bloßzustellen. Zunehmend muss die Bayerische Polizei in verschiedenen Straftatbeständen, z.B. Herstellung und Verbreitung von Gewaltdarstellung oder extremistischen Inhalten oder sexuellen Missbrauchs ermitteln. Was bedeutet das für die Kinder und Jugendlichen und auch ihre Erziehungsberechtigten? Zunächst seien die meisten social Media Apps aus gutem Grund erst ab 14 bzw. ab 16 Jahren zulässig, so Herr Suttner. Zivilrechtliche Forderungen betreffen dabei die Eltern, da der Mobilvertrag auf den Namen der Eltern läuft und diese somit belangbar sind. Bedenkliches ist das Posten von Bildern bezüglich der Inhalte, ist aber auch über die „Rückwärtssuche“ eine schnelle Standortbestimmung des Kindes für Fremde. Fotos stellen allgemein ein Problem dar, da über KI immer mehr sogenannte „DeepFakes“ (Verunstalten von Fotos mit peinlichem Hintergrund) hergestellt werden. Abgesehen von den Straftatbeständen, werden die Kinder peinlichst gekränkt. Das bedeutet, so wenig wie möglich Fotos zu posten, um keine Angriffsfläche bieten zu können. Gewaltvideos und pornographisches Material wandern durch die Chats, diese sind zum einen verstörend, wenn Köpfungsvideos oder qualvolle Videos von Tieren auf den Handys der Kinder landen. Man solle sich hier bemühen die sozialen Kontakte der Kinder zu verstärken. Eltern müssen mit den Kindern im Gespräch bleiben, das heißt nicht, die Kinder zu kontrollieren, aber mit ihnen über die Themen zu reden und auch zusammen ins Handy zu schauen, um sich ein Bild darüber zu machen, welche Apps, Webseiten und Kontakte genutzt/gepflegt werden. Vor allem größere Whatsapp-Gruppen oder Gruppen bei GamingSpielen sind oft trügerisch, denn hier werden Kinder oft angesprochen, da die Täter wissen, dass Eltern nicht ständig die Kontrolle darüber haben. Es werden Bilder verlangt, Druck aufgebaut über Sextortion oder Cybergrooming. Hierzu gibt es ein10minütiges Video bei YouTube zum Thema Sextortion, dies ist eine Informationskampagne von Europol, welches empfohlen wird mit den Kindern zu schauen. Für weitere Informationen und Anhaltspunkte für die digitale Welt ist KlickSafe als WebSeite für Kinder, Eltern aber auch Lehrer sehr empfehlenswert. Eltern sollen im Gespräch bleiben und das Gefühl vermitteln, wenn mal etwas schief geht, trotzdem zu den Eltern gehen zu können. Nach über zwei Stunden konnten die Eltern mit vielen Tipps und Hintergründen den Heimweg antreten und die Aufgaben mit den Gefahren aus dem Netz umzugehen, scheinen nun leichter zu bewältigen zu sein. Ein besonderer Dank geht an Herrn PHK Suttner und Frau POK Amendt für ihre eindrucksvollen Darlegungen und lebensnahen Tipps an die Eltern. Realschule Elsenfeld