Am 19.11.2019 unternahm die gesamte Jahrgangsstufe 8 der RSE einen Ausflug nach Würzburg, um dort die Residenz zu besuchen. In den Vorstunden wurde viel über die Epoche des Barock gesprochen und konnte nun vor Ort betrachtet werden. Der Fürstbischof dieser Zeit hatte den Auftrag an den Architekten Balthasar Neumann vergeben, der sich zur Gestaltung große Künstler geholt hat. Herausgekommen ist dabei das größte Deckenfresko der Welt mit ca. 600 qm Fläche von Tiepolo. Diese Decke hat trotz ihrer Größe auch den Zweiten Weltkrieg überstanden. Dargestellt werden die vier, damals bekannten, Kontinente. Spannend ist, dass hier Dinge wie ein Elefant gemalt wurden, die nicht so recht passen wollen. Das lag daran, dass der Maler noch nie einen Elefanten gesehen hat. Einige Objekte wie der Hund verfolgten einen gefühlt beim Durchwandern des Raumes. Beeindruckend sind auch die Kunstwerke an den Wänden aus Stuck, die Antonio Bossi geschaffen hat. Vor allem im weißen Saal zeigt sich, was der Künstler konnte. In einer Führung wurde auch genau erklärt, wie diese Stuckverzierungen entstanden sind. Beim Wandern durch die einzelnen Zimmer wird deutlich, dass die Fürsten, die sich um diese Zeit eine solche Residenz haben bauen lassen, ihre ganze Macht durch die Art des Baus und die reiche Verzierung dargestellt haben. Der eine Raum war in Rot gehalten, der nächste in Grün, außerdem wurden in manchen Räumen die Stuckverzierungen versilbert. Holzböden bestanden aus vielen, kunstvoll geschnitzten Einzelheiten. Allein das Spiegelkabinett in der Würzburger Residenz, dass nach dem Krieg für ca. 7 Millionen Mark rekonstruiert wurde, zeigt, wie wichtig Repräsentation war. Durch den Vergleich mit anderen Bauten dieser Zeit wie Versailles in Frankreich oder Schönbrunn in Österreich wird klar, dass hier Ludwig XIV. die Vorlage geliefert hat und sich die Fürsten Europas dies als Vorbild genommen haben. Jeder Herrscher und jeder Fürst hat versucht, sich ein kleines Versailles zu schaffen und durch die Gestaltung seiner Residenz andere zu übertrumpfen.

Michaela Grimm-Rudolf